KPIs für die Geschäftsführung: Weniger messen, besser steuern
Fünf Kennzahlen, die in KMU wirklich Entscheidungen verbessern – ohne Dashboard-Overkill.
Das Anti-Benchmark-Prinzip
KPIs müssen zu Ihrem Geschäftsmodell passen – nicht zu einer Branchenstudie. Fünf Kennzahlen, die Sie wöchentlich oder monatlich kennen, schlagen zwanzig, die niemand liest.
Dashboards scheitern in KMU oft am Nutzen: zu viele Zahlen, keine Entscheidung. Besser: wenige KPIs mit Schwellenwerten und klarer Konsequenz (Ampel, Review, Eskalation).
Fünf Kandidaten für KMU
- Cash-Puffer in Wochen Fixkosten
- Überfällige Forderungen (>30 Tage) in Euro und Anzahl
- Auslastung / Umsatz pro Kopf (je nach Branche)
- Offene Posten älter als 60 Tage
- Plan-Ist-Abweichung beim Umsatz (Rolling 3 Monate)
Nicht alle fünf sind für jedes Unternehmen relevant. Dienstleister fokussieren Auslastung; Handel stärker Lager und Forderungen; produzierende KMU zusätzlich Materialdurchlauf.
Rhythmus
Wöchentlich: Liquidität und Forderungen. Monatlich: Umsatz und Auslastung. Quartalsweise: KPI-Set prüfen und streichen, was niemand nutzt.
Umsetzung ohne BI-Tool
Excel oder ein einfaches Sheet reicht: eine Zeile pro Woche, Spalten für die gewählten KPIs. Die GF liest das in zehn Minuten – wichtiger als ein teures Controlling-Tool, das niemand pflegt.
Fazit
Weniger KPIs, fester Rhythmus, klare Schwellen – so wird Steuerung im KMU-Alltag praktikabel.
Weniger ist mehr
Drei KPIs monatlich: überfällige OP in Tagen, Liquidität in Wochen Fixkosten, Umsatz vs. Plan. Mehr Kennzahlen ohne Konsequenz verwässern das Steuerungsgespräch.
Beiträge der KMU-Praxis-Redaktion basieren auf Praxiserfahrung aus Verwaltung, Finanzen und Backoffice im Mittelstand.
